E-Ladesäulen, Carsharing-Plätze, Fahrrad-Abstellplätze vor dem Mehrgenerationenhaus: Gut geplant, anders gemacht und keiner weiß es?

In den Planungsunterlagen aus 2018 für das sehr gelungene Projekt Wohnen Jung und Alt / MGH/Sozialstation/Tagespflege im Bachweg waren zukunftsweisende Planungen dokumentiert wie öffentliche Stellplätze für Elektrofahrzeuge / Ladestationen sowie Carsharing-Plätze. Weiterhin waren auf der Westseite des MGH Fahrrad-Abstellplätze geplant.

Status heute: Es gibt keine öffentlichen Stellplätze mit Ladestationen oder für Carsharing sowie keine Fahrrad-Abstellplätze für Besucher/Mitarbeiter vor dem MGH. Aktuell gibt es nördlich vom MGH eine wenig bekannte und selten genutzte Ladestation für Fahrräder (findet man leider in keinem Verzeichnis) sowie 5 Stellplätze exklusiv für die Fahrzeuge der Sozialstation. 4 E-Fahrzeuge können an 2 Doppelsäulen geladen werden. Der 5. Stellplatz hat keine Ladestation.

Vor dem MGH im Bachweg wurde eine Ladesäule errichtet, die für einen Bürgerbus vorgesehen war. Dieser wurde leider nicht genehmigt und die vorhandenen Ladesäulen sind öffentlich nicht nutzbar. Dass jetzt eine Doppel-Ladesäule nicht öffentlich zugänglich ist und durch ein Verbrenner-Fahrzeug der Tagespflege blockiert wird, ist jedoch nicht nachvollziehbar. Eine Umrüstung für eine öffentliche Nutzung der vorhandenen Ressource erscheint als äußerst sinnvoll.

Warum von den zukunftsweisenden Planungen abgewichen wurde – das fragte Dr. Dieter Möller, Mitglied der GRÜNEN im Haupt- und Finanzausschuss für die Fraktion Grüne/Bündnis90 in der Stadtverordnetensitzung am 11. Juli an. Dies konnte laut den Antworten des 1. Stadtrates Björn Sommer nicht erklärt werden – aufgrund fehlender Dokumentation! Dies ist schon erstaunlich, dass in der Verwaltung vollzogene Abweichungen nicht dokumentiert werden – erscheint Ihnen das glaubwürdig?

Dass die beiden vor der Seniorenresidenz geplanten Carsharing-Plätze als Stellplätze für die Anwohner verkauft wurden, kann man vielleicht mit den Forderungen der Stellplatzsatzung erklären. Aber alternativ hätte man durchaus 2 Plätze im Bachweg südlich des MGH als Carsharing-Plätze oder als Ladepunkte nutzen können, die jetzt nur Parkplätze sind.

In der aktuellen Situation ist eine weitere Abweichung von der Planung bemerkenswert: Die Pollerleuchten auf dem öffentlichen Platz vor dem MGH sowie der Terrassenbereich der Tagespflege sollten durch Bewegungsmelder gesteuert werden – aktuell brennen die Leuchten völlig sinnlos die ganze Nacht hindurch, obwohl ringsum bereits Straßenlaternen für Beleuchtung sorgen.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei zukünftigen Projekten die Prozesse transparent, ressourcenschonend und sachgerecht geführt werden, so Dr. Möller abschließend. 

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