18.09.2020

Von: Marika Prasser-Strith

Statt „Betreten verboten“ soll es „Pflücken erlaubt“ heißen. Bündnis90/ Die Grünen Antrag einstimmig in der letzten Stadtverordnetenversammlung beschlossen

Seit ca. 10 Jahren praktizieren Städte in Deutschland das Projekt „Essbare Stadt“, mit derzeit rapidem Anstieg teilnehmender Städte. Unter dem Begriff „Essbare Stadt“ wird die Nutzung des urbanen Raums für den Anbau von Nutzpflanzen verstanden. Dies kann sowohl in Grünanlagen als auch an Gebäudefassaden, an Zäunen entlang oder auf Plätzen erfolgen. Die Bewirtschaftung erfolgt durch interessierte Bürger und Bürgergruppen.

„Aus unserer Region ist beispielsweise Bingen seit 2016 daran beteiligt,“ so der Ortsverbandsvorsitzende Klaus Bleuel. Eingebunden sind dort die Fachhochschule und ein Arbeitskreis kümmert sich um die Umsetzung.

Auch wenn das Konzept primär auf Städte als auf ländliche Regionen abzielt, so kann es dennoch auch für Oestrich-Winkel mit der durch Weinbau dominierten Landwirtschaft interessant sein. Und geeignete Flächen, auch kleinere Nischen, lassen sich bestimmt finden. „Dazu sollen“, so die Grünen, „die Ortsbeiräte eingebunden werden.“

Die Bündnis90 Grünen stellen sich vor, dass dadurch für interessierte Bürgerinnnen und Bürger die Möglichkeit geschaffen wird, zumindest in eingeschränktem Maß sich selbst mit pflanzlichen Lebensmitteln zu versorgen. Eingebunden in Strukturen wie einen Arbeitskreis oder andere Interessensgruppen fördern die Planung und das gemeinsame Arbeiten in den Nutzflächen zudem den gesellschaftlichen Zusammenhalt, auch mit der Möglichkeit der Inklusion. „Auch für die Schulen könnte dies interessant sein, und wer nascht nicht gerne eine Beere oder hebt eine Nuss am Wegesrand auf“, so die Fraktionsvorsitzende Prasser-Strith.

Kenntnisse über den Anbau von Lebensmitteln können ausgetauscht und vermittelt werden. Die Grünanlagen und Nutzflächen erfahren eine höhere Wertschätzung und bürgerliche Pflege. Also zahlreiche Chancen und es ist spannend zu erleben, wie sich dies entwickelt.

Der Antrag von Bündnis90/ Die Grünen wurde noch vorherige Beratung im Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen einstimmig von allen Parteien beschlossen. Der Antrag der Grünen beinhaltet das der Magistrat die Umsetzbarkeit von Projekten für ein Konzept „Essbare Stadt“ prüft. Die Hochschule Geisenheim soll, sofern möglich, in die Erstellung eines Konzeptes einbezogen werden. Zur Identifikation möglicher Flächen sollen die Ortsbeiräte einbezogen werden. Das Ergebnis der Prüfung soll der Stadtverordnetenversammlung bis Mitte 2021 vorgelegt werden.

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